
Mein zweites zu Hause
- und wie ich die Berge lieben lernte
Arbeit
Nervös war ich an meinem ersten Arbeitstag im schönen Oberbayern... Das kann man sich vorstellen. Niemand da den man kennt und eine völlig fremde Umgebung. Frisch ausgelernt und schon seit Jahren das Gefühl, den falschen Beruf gelernt zu haben. Gedanken, wie "Ich kann doch sowieso nix".. "Hoffentlich kündigen sie mir nicht gleich" schossen mir in den Kopf. Doch dann kam alles ganz anders und eine der für mich schönsten Lebensphasen begann.
Das Team
Ich weiß noch wie du da im Büro gesessen hast und ich mir direkt dachte "Hm irgendwoher kenn ich dich". Du warst mir direkt sympathisch. Nach ein paar Minuten hatte sich auch geklärt, woher ich dich kannte.
Vor der Ausbildung hatte ich ein Vorstellungsgespräch in Augsburg für die Kinderklinik (Ich weiß noch genau wie sich alles an diesem Tag anfühlte- falls ihr wisst was ich meine). Und du sagtest, dass du auch zu dieser Zeit das Vorstellungsgespräch dort hattest. Man muss vielleicht dazu sagen, dass das damals ein Gruppenvorstellungsgespräch war.
Und das Schicksal hätte es nicht besser mit mir meinen können uns wieder zu vereinen .
Denn was danach folgte waren Partynächte, Karaoke mit Bundeswehrsoldaten, Grillabende, tolle Sommertage in den Bergen und am See und die beste Arbeitskolleginnen Erfahrung die ich bis dahin hatte.
Bevor ich darauf aber genauer eingehe möchte ich noch über meine Erfahrung mit der Arbeit in der Psychosomatik schreiben oder eher darüber wie es mir damit ging zu erkennen, dass die Psychosomatik mir den Weg in meinen jetzigen Beruf geebnet hat.
Ich hatte schon immer großes Interesse an der menschlichen Psyche und allem was damit zu tun hat.
Für mich war es nach der Ausbildung zur Gesundheit-und Kinderkrankenpflegerin nur logisch, mir etwas in diesem Bereich zu suchen.
Psychosomatik
In der Psychosomatik in Oberbayern habe ich mein erstes wahnsinnig tolles Team und sehr interessante und häufig auch liebenswürdige Patienten und Patientinnen kennen lernen dürfen. Ich habe getröstet, gespielt, gelacht, war verzweifelt und hatte Panik. Ich merkte aber auch, dass dies meine Berufung sein muss. Spätestens als eine Patientin zu mir sagte: "Frau Bram, sie haben mir mehr geholfen als die Therapeutin es je konnte..", war mir klar, ich muss daraus etwas machen und darf eine andere Richtung einschlagen. Ums mal etwas provokativ auszudrücken... "SCHEIß AUF ANATOMIE UND KRANKHEITSLEHRE!". Dieses Zeug ist für mich nicht gemacht und hat mich nie wirklich interessiert und es war ein harter Weg das zu erkennen. Die ersten Jahre hab ich mir das nicht eingestanden (vielleicht weil ich neidisch war auf die, die es interessiert hat und die gut darin waren) aber mittlerweile weiß ich, dass das Problem nicht an mir liegt sondern an diesem Beruf. Er ist nichts für. mich. ER ist Scheiße für mich!
Diese harte Wortwahl hilft mir besser damit abzuschließen. So i dont give a fuck auch weils mein Blog ist und ich hier schreiben kann was und wie ich will!
Und auch du musst nichts machen, das dir nicht liegt!
Und noch eines was ich verinnerlicht habe:
"Ich kann alles was ich können will und was mich interessiert!"
Habe ich Interesse an einem Beruf und will ich ihn wirklich erlernen, dann werde ich ihn auch beherrschen. Andere wechseln Infusionen, intubieren oder verabreichen Antibiosen i.v. Ich weiß wie man Menschen mit Autismus unterstützt ihren Alltag zu meistern. Ich kann einen ICF Bericht schreiben und mit ADHS umgehen. Ich kann niemanden intubieren dafür können Pflegefachkräfte im KH eher weniger mit ADHS und Autismus umgehen. Und so hat jeder sein Steckenpferd.
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